Prof. Dr. Patrick Merten & Hannu Garny

Prof. Dr. Patrick Merten & Hannu Garny
Wissenschaftler erzählen

Prof. Dr. Patrick Merten (CBS) und Hannu Garny (Afrika-Experte)

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Links: Garny / Rechts: Merten

Prof. Merten:
Was waren Ihre größten wissenschaftlichen Herausforderungen?

Ursprünglich hatte ich in meiner Forschung und Lehre eine Wirtschaftsinformatik Ausrichtung. Durch meine parallele Management-Tätigkeit in der Tourismusbranche habe ich in den letzten Jahren versucht, den Link zu dieser sehr praxisorientierten Branche herzustellen – insbesondere durch den Fokus auf technologische Innovationen. Denn natürlich hat sich auch diese Branche in den letzten Jahren durch neue Technologien in vielerlei Hinsicht verändert.

Was fasziniert Sie an Ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit?
Die Tourismusbranche ist in Bezug auf viele Kennzahlen die weltweit größte Industrie (Mitarbeiter, Umsatz, Kunden, etc.), die jedoch im Kern eine Dienstleistungsbranche ist. Die größte Herausforderung liegt entsprechend in der zwischenmenschlichen Interaktion. Hinzu kommt durch den Aspekt des Reisens und die weltweite Reichweite die Herausforderung des interkulturellen Verständnisses.

Meiner Meinung nach kann es weder einen positiven Tourismus noch irgendeine Form der wirtschaftlich nachhaltigen Tätigkeit geben, ohne ein grundlegendes interkulturelles Verständnis. Deshalb sollte im Vordergrund aller wissenschaftlichen wie wirtschaftlichen Projekte (insbesondere Förderungsprojekte) zunächst einmal das grundlegende Verständnis der lokalen Kulturen stehen. Dies kann von der Wahrnehmung einer ganzen Nation (Konzept des Nation Branding) bis hin zur lokalen und Personenbezogenen Interaktion reichen.

Experte Garny:
Was sind aus Ihrer Sicht die großen Herausforderungen in Afrika in Bezug auf Wasser?
Laut meiner Meinung gibt es zwei große Herausforderungen – gerade in Afrika, wo Wassermangel auf der Tagesordnung steht. Zum einen, den Ausgleich zu finden zwischen dem was die Natur uns gibt und was eine stetig wachsende Menschheit benötigt. Zum zweiten die Bildung, bei der die Menschheit schneller gewachsen ist als die Bildung. Es ist nicht einfach heute den Menschen beizubringen, mit so einer eingeschränkten und gleichzeitig wertvollen Ressource umzugehen, um das Überleben von Mensch und Natur sicher zu stellen.