Dr. med. Dagmar Temme

Dr. med. Dagmar Temme
Kölner Wissenschaftler erzählen

Dr. med. Dagmar Temme, Rheinische Fachhochschule Köln (Medizinökonomie und Gesundheit)

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© Dr. Temme

Warum sind Sie Wissenschaftler geworden?
Ich habe Medizin studiert und seit 1985 als Ärztin gearbeitet. Die Chance, als Dozentin an der RFH tätig zu werden, hat sich überraschend 2009 ergeben. In der Medizinökonomie bin ich überwiegend in den Lehrbetrieb (theoretische Medizinfächer) eingebunden und betreue   im Rahmen dieser Tätigkeit wissenschaftliche Abschlussarbeiten im Bachelor und Master.

Was fasziniert Sie an Ihrer Tätigkeit?
Lehre ist als Gegenpol zur Praxistätigkeit höchst spannend. Die Lehre erhält Impulse aus der Praxistätigkeit und umgekehrt.

Der Umgang mit der Generation meiner Kinder. Wissen zu vermitteln, Lernerfolge zu beobachten und den Prozess zu erleben, wie aus einer Gruppe junger Menschen  erfolgreiche Absolventen werden.

Nicht zuletzt ist die Lehrtätigkeit eine Option, das eigene Wissen zu mehren und neue Sachgebiete zu entdecken, die mir ansonsten wahrscheinlich verborgen geblieben wären.

Was waren Ihre größten Herausforderungen?
Meine erste Vorlesung im September 2009 im Zusammenhang mit der digitalen Erstellung von Vorlesungsunterlagen. Mein Studium war computerfrei und ich hatte Basiswissen in der Textverarbeitung. Ich musste mich entscheiden, ob ich mehr Angst vor dem technischen Gau hatte oder davor, nicht die richtigen Worte für die Studierenden zu finden. Ich hatte aber das Glück, auf ein sehr kommunikatives Semester zu treffen, das mir den Einstieg in die Dozententätigkeit sehr leicht gemacht hat.

Gab es auch Flops?
Im Rahmen meiner Dissertation gab es einen Verfahrensfehler bei der Fertigung eines Kunstharzmodells. Die Masse ist im Kühlschrank nicht ausgehärtet und ausgelaufen. Ein Kühlschrank in der Aachener Pathologie ist seitdem dauerhaft mit dem Bodenbelag verbunden. Ansonsten gab es immer wieder kleinere Rückschläge bei Projekten, auch im Praxisbetrieb. Aber nichts, was mich auf lange Sicht beschäftigt hätte.

Woran arbeiten Sie gerade?
In der Woche vor Weihnachten ist Abgabetermin für die Abschlussarbeiten. Da wird es immer betreuungsintensiv. Außerdem arbeiten wir mit Kolleginnen und Kollegen an Konzepten zur Weiterentwicklung unserer Studiengänge, vor allem unter dem Qualitätsaspekt.

Mit welchen Fragen werden Sie sich in zehn Jahren beschäftigen?
In 10 Jahren werde ich voraussichtlich den Versuch starten, im Garten eine erfolgreiche Tomatenzucht aus seltenen Sorten anzulegen. Mediziner sind aber keine Biologen, daher wird mich das länger beschäftigen.