ESA-Ministerratskonferenz in Luzern

ESA-Ministerratskonferenz in Luzern
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Anfang Dezember tagten die in Europa für Raumfahrt zuständigen Minister im schweizerischen Luzern, um die programmatischen und finanziellen Weichen für die europäische Raumfahrt der nächsten Jahre zu stellen.

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© DLR

Die sogenannte ESA-Ministerratskonferenz ist das höchste Entscheidungsgremium der Europäischen Weltraumorganisation ESA und fand zuletzt genau vor zwei Jahren, am 2. Dezember 2014, in Luxemburg statt.

Die deutsche Bundesregierung wurde durch die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), Brigitte Zypries, vertreten. Unterstützt wurde Zypries, zugleich auch Koordinatorin für die Luft- und Raumfahrt, von Prof. Pascale Ehrenfreund, der Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), und Dr. Gerd Gruppe, DLR-Vorstand für das Raumfahrtmanagement, das in enger Kooperation mit dem BMWi die deutsche Position für die ESA-Ministerratskonferenz vorbereitet hat.

“Besonders unser Engagement bei den Anwendungsprogrammen führt zu konkretem Nutzen für die Menschen. Satellitengestützte Erdbeobachtung etwa ist die Grundlage für einen verbesserten Klimaschutz. Zudem entstehen durch die Verwendung von Satellitendaten innovative Geschäftsmodelle für deutsche Unternehmen”, betonte Brigitte Zypries zum Abschluss der Konferenz. “Wir haben auch erreicht, dass Kleine und Mittlere Unternehmen bei Raumfahrt-Investitionen unterstützt werden.” Gleichzeitig standen aus deutscher Sicht die ESA-Programme im Fokus, die mit exzellenter Forschung das Verständnis des Weltalls und der Erde grundlegend erweitern und Basis für strategische internationale Kooperationen sind. Auch die Internationale Raumstation ISS möchte Deutschland weiter nutzen: “Wir übernehmen bei der ISS Verantwortung für ein zentrales globales Projekt. Die Raumstation bietet hervorragende Möglichkeiten für Forschung unter Weltraumbedingungen. Auch die deutsche Industrie profitiert von den Ergebnissen, etwa bei der Materialforschung. Und wir freuen uns auf Alexander Gerst 2018 im All”, sagte Brigitte Zypries weiter.

“Mit unseren Programmbeteiligungen sorgen wir für die notwendige Kontinuität in der europäischen Raumfahrt, setzen aber gleichzeitig neue Akzente in besonders zukunftsträchtigen Themen. Durch den deutschen Beitrag ist es gelungen, die europäische Beteiligung an der ISS langfristig und zuverlässig bis zum Jahr 2024 festzuschreiben. Bei ExoMars hat Deutschland durch die Zeichnung von 29 Millionen Euro seine Verpflichtungen eingehalten und ist damit weiterhin ein starker Partner in dieser internationalen Kooperation mit den USA und Russland”, ergänzt die DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Pascale Ehrenfreund, und betont: “Mit unserer wissenschaftlichen und technologischen Kompetenz und den Beteiligungen in den Anwendungsprogrammen wie der Erdbeobachtung können wir einen entscheidenden Beitrag für die internationale Entwicklungshilfe und bei der Umsetzung der globalen Nachhaltigkeits- und Umweltziele der Vereinten Nationen leisten.”

Bei der ESA-Ministerratskonferenz sind insgesamt Finanzmittel von 10,3 Milliarden Euro gezeichnet worden. Deutschland stellte 2 Milliarden Euro bereit und ist damit der stärkste Beitragszahler der ESA. Im Einzelnen zeichnete Deutschland rund 867 Millionen Euro für die ESA-Pflichtprogramme, dazu zählen neben dem allgemeinen Haushalt das Wissenschaftsprogramm und der Europäische Weltraumbahnhof in Kourou. Rund 1,2  Milliarden Euro des deutschen Beitrags entfallen auf die so genannten optionalen Programme: konkret rund 300 Millionen Euro für Erdbeobachtung, rund 160 Millionen Euro für Telekommunikation, rund 63 Millionen Euro für Technologieprogramme, rund 346 Millionen Euro für die Fortführung des Betriebs der Internationalen Raumstation ISS bis 2019, und rund 88 Millionen für die Forschung unter Weltraumbedingungen. Zudem unterstützt Deutschland in einer politischen Deklaration die Fortsetzung des ISS-Betriebs bis 2024.

Kontakt:
Sabine Hoffmann
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Kommunikation, Leitung Kommunikation
Tel.: 02203 601-2116
Mail: sabine.hoffmann@dlr.de