Dem Treibhausgas Methan auf der Spur

Dem Treibhausgas Methan auf der Spur
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Flugversuchsmission wird geplant.

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© DLR

Die internationale Politik hat sich in der Klimavereinbarung von Paris ehrgeizige Ziele zur Begrenzung der Treibhausgasemissionen gesteckt. Eine entscheidende Rolle wird dabei das Monitoring der Emissionen spielen. Zudem müssen für zuverlässige Klimaprognosen die Quellen und Senken der Treibhausgase möglichst genau erforscht werden. Den internationalen Bemühungen in diesem Bereich wird im Frühjahr 2017 eine deutsche Flugversuchsmission unter Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) einen wichtigen Baustein hinzufügen. Das Forschungsflugzeug HALO (High Altitude and Long Range Research Aircraft) soll die zwei wichtigsten Klimagase CO2 und Methan ins Visier seiner neuartigen Instrumente nehmen und dabei Daten von Europa bis Nordafrika liefern, an denen derzeit noch ein eklatanter Mangel herrscht. Vom 30. November bis 2. Dezember 2016 treffen sich Wissenschaftler aus acht Ländern am DLR-Standort Oberpfaffenhofen, um die Mission CoMet (Carbon dioxide and methane mission for HALO) wissenschaftlich vorzubereiten und optimal mit internationalen Forschungsaktivitäten zu verzahnen.

Methan: Klimagas mit starker Wirkung

“Das Treibhausgas Methan wird oft auch als ‚kleiner Bruder‘ des CO2 bezeichnet”, sagt Dr. Andreas Fix vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre. “Trotz der mehr als 200-fach geringeren Konzentration in der Atmosphäre gegenüber CO2 ist das relative Treibhauspotential von Methan groß und es ist wichtig es zukünftig detaillierter in den Klimaprognosen zu berücksichtigen.” Laut Bericht des Weltklimarates aus dem Jahr 2013 ist ein ausgestoßenes Methanmolekül über die ersten 20 Jahre 86-mal so klimawirksam wie ein CO2-Molekül. Für 100 Jahre sinkt dieser Wert auf die immer noch beachtliche 34-fache Klimawirksamkeit, da Methan schneller in der Atmosphäre abgebaut wird”, so Fix, der die Forschungsmission CoMet leitet, weiter.

Die auf Initiative des DLR, des Max-Planck-Institutes für Biogeochemie und der Universitäten in Heidelberg und Bremen ins Leben gerufene Mission CoMet wird neben anderen Instrumenten erstmals das im DLR entwickelte laserbasierte LIDAR-Messgerät CHARM-F (CH4 Atmospheric Remote Monitoring) zur hochaufgelösten Methandetektion einsetzen. “Die neue Technik erlaubt es, Methan unabhängig vom Sonnenlicht aus großer Entfernung und mit hoher Genauigkeit zu messen”, erklärt Fix. Ein ähnliches Instrument soll ab 2021 an Bord der deutsch-französischen Satellitenmission MERLIN regionale und globale Emissionen des Treibhausgases Methan aus dem All überwachen. Mit dieser Mission erwarten die Forscher endlich eine flächendeckende Datengrundlage.

Auf dem nun stattfindenden Treffen in Oberpfaffenhofen tauschen sich die Forscher zu den drängenden wissenschaftlichen Fragen des atmosphärischen Kohlenstoffzyklus aus, in dem die Freisetzung sowie der Abbau von CO2 und Methan eine wichtige Rolle spielen. “Daraus wollen wir optimale Messstrategien für die CoMet-Mission ableiten”, erklärt Fix. “Zudem wollen wir bereits jetzt die zukünftige Zusammenarbeit zwischen den nationalen und internationalen Forschergruppen organisieren und Pläne erarbeiten, wie wir die Daten effektiv gemeinsam nutzen können.”

Kontakt:
Falk Dambowsky
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Kommunikation, Redaktion Luftfahrt
Tel.: 02203 601-3959
Mail: falk.dambowsky@dlr.de